Petra & Gregor – Trauung mit Hindernissen

Nachdem wir mit dem Regenshooting fertig waren, machten wir uns mit zwei Autos auf den Weg nach Graben zur Kirche. Wir fuhren voraus, um das Brautpaar an der Kirche in Empfang zu nehmen. Auf der Landstraße, die die einzige direkte Verbindungsstraße zwischen Shootinglocation und Kirche war, sahen wir schon von weitem, daß etwas passiert war: Blaulicht, Krankenwagen, Polizei, ein Auto stand im Feld, der Vorderreifen lag mehrere Meter davon entfernt, einige Autos drumherum – Totalsperrung. Was genau passiert war, konnten wir nicht sehen. Der Weg war jedenfalls versperrt und wir mussten wieder zurück und eine alternative Route suchen. Mit dem Handy riefen wir das Brautpaar an und sagten ihnen Bescheid, daß sie einen Schleichweg nehmen sollten (mit dem Allrad-Hochzeitsauto kein Problem, über den Acker abzukürzen – wir mussten hingegen schon etwas weiter „ausholen“).

Als wir dann endlich an der Kirche ankamen, klärte man uns auf, was da auf der Landstraße – ca. 500m vor der Kirche – eigentlich passiert war: In den Unfall war kein Geringerer als der Pfarrer Thomas Demel verwickelt. Genau – Thomas Demel sollte genau JETZT unser Brautpaar trauen. Absolut verständlich, daß Petra erstmal völlig kopflos und schockiert im Auto sitzen blieb, denn der Pfarrer war auch noch ein sehr guter Freund.

Wenig später erreichte uns die erlösende Nachricht aus dem Krankenhaus, daß der Pfarrer wohlauf war – er musste aber noch ein paar Routineuntersuchungen über sich ergehen lassen…

Da niemand genau wusste, ob es sich nun um 10 Minuten oder 2 Stunden handeln würde, wurde kurzerhand ein Plan B geschmiedet: Man suchte einerseits nach einem Ersatzpfarrer – nur für den Fall, daß Thomas Demel nicht rechtzeitig zurückkommen sollte. Andererseits musste man sich ja um die vielen Gäste kümmern, die aufgrund des Dauerregens bereits in der Kirche warteten. Klar – was lag also näher, als den Sektempfang und die kleine Stehparty VOR der Trauung und IN der Kirche zu machen ? Es standen also knapp 100 Personen in der Kirche, tranken Sekt, stiessen auf das Brautpaar an, es wurden kleine Häppchen gereicht, an mir wurde ein Kasten Beck’s vorbeigetragen (sehr unwirklicher Augenblick übrigens !) und das kleine Orchester spielte im Hintergrund… So etwas wird es wohl auch nur ein einziges Mal im Leben geben. Die Laune war sowohl beim Brautpaar, als auch bei den Gästen hervorragend – und als klar wurde, daß es bei Pfarrer Thomas Demel doch noch länger dauern würde, erreichte uns die Botschaft, daß der Ersatzpfarrer Pater Thomas aus Untermeitingen einspringen würde. Schnell wurde nebenher alles organisiert, die Trauerlaubnis wurde eingeholt, die Unterlagen zusammengestellt und die Improvisation erreichte ihren Gipfel 🙂 !

Mit über eineinhalb Stunden Verspätung, dafür mit fröhlichen und gesättigten Gästen in Feierlaune, konnte die Trauung dann endlich beginnen. Die Pianospielerin, die ursprünglich gebucht war, musste leider auch schon wieder gehen, weil sie den nächsten Gig hatte – so sprang kurzerhand ein Mitglied des Orchesters ein und begleitete den Gottesdienst und die Lieder sehr gut und professionell !

Die Trauung war trotz der Vorgeschichte (oder vielleicht genau deswegen ?) sehr schön und alle waren sich sicher, daß DIESER Ehe nun sicherlich gar nichts mehr passieren könnte…

Nach der Trauung machte sich der Konvoi zur Feierlocation auf und alles nahm seinen weiteren Lauf – natürlich mit mittlerweile fast zwei Stunden Verspätung. Aber wer feiern will und etwas zu feiern hat, der lässt sich wegen ein paar Minuten Verzögerung nicht davon abhalten 🙂 !

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Petra und Gregor – wir danken Euch, daß wir Euch begleiten durften und wünschen Euch beiden für Eure Zukunft ALLES GUTE ! Und auf das eventuelle After-Wedding-Shooting freuen wir uns ganz besonders 😉 !

Viele Grüße,
Chris

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Diese eigentlich unglaubliche Geschichte hat es dann auch gleich zu Beginn der darauffolgenden Woche in die Tageszeitung geschafft. Hier ist der Artikel in der Augsburger Allgemeinen / Schwabmünchen: LINK

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